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Kommunikation als Entwurfsprinzip

Max-Planck-Campus Martinsried

Forschung braucht Austausch – und Räume, die ihn ermöglichen. Das ist der Ausgangspunkt unseres Entwurfs für einen Campus, der Begegnung fördert, Forschende vernetzt und Architektur und Landschaft miteinander verzahnt.

Mit der Neuentwicklung des seit 1970 bestehenden Standorts Martinsried stellt die Max-Planck-Gesellschaft die Weichen für einen interdisziplinären Campus mit optimalen Rahmenbedingungen für Grundlagenforschung auf Spitzenniveau. Gegenstand des Planungswettbewerbs war ein städtebauliches und freiraumplanerisches Gesamtkonzept für den Campus mit den Forschungs-, Verwaltungs- und Infrastrukturneubauten der Max-Planck-Institute für Biochemie und biologische Intelligenz, inklusive Planung innovativer Labor- und Forschungsflächen im Rahmen eines generischen Laborbaus. Unser Entwurf, in Zusammenarbeit mit Snøhetta Studio Innsbruck und YEWO Landscapes GmbH, qualifizierte sich für den 2. Rundgang.

Ein Campus, der Kommunikation und Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt
Unser städtebauliches Konzept stellt Kommunikation ins Zentrum: Der zentrale, qualitativ hochwertige Freiraum im Herzen des neuen Campus fungiert als Bindeglied aller MPI-Gebäude. Hier entsteht ein großzügiger Platz mit hoher Aufenthaltsqualität, der zugleich als Kommunikationsraum und Ort der Erholung dient. Das Hörsaalgebäude mit der Kantine und das zentral gelegene Café am neuen Weiher bilden gemeinsam den sozialen Mittelpunkt des Campus.

Alle Gebäude des MPI sind um diesen zentralen Platz angeordnet. Die Eingänge der Science Cluster und des Hörsaalgebäudes orientieren sich zum Herzen des Campus und schaffen klare Orientierung und Wegverbindungen. Die Großgerätehalle, Tierhaltung und der Logistik-Hub liegen geschützt hinter den Science Clustern abseits stark frequentierter Wege. Kita, Gästewohnungen und zwei Mobility Hubs vervollständigen das Angebot am Campus.

Wir haben den Campus von innen nach außen gedacht: Das städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Konzept übersetzt die Anforderungen an den Forschungsalltag in räumliche Strukturen, die Kommunikation und Vernetzung stärken.

Andres Peña Gomez

Architekt und Head of Design in Frankfurt

Funktional und vernetzt: der Science Cluster
Die Labor- und Büroflächen des Science Clusters verteilen sich abschnittsweise auf zwei Gebäude. Die direkt aneinander liegenden Labore und Büros bilden zwei ringförmige Strukturen mit Innenhöfen. Die zwei Ringe sind über eine gemeinsam genutzte, geschossübergreifende Kommunikationszone miteinander verbunden. Hier befinden sich die Haupterschließung, Teeküchen, Besprechungsräume sowie offene Bereiche für informellen Austausch und Vernetzung.

Arbeiten und Forschen im Grünen
Der Platz geht fließend in einen biodivers gestalteten Grünraum über, der zum Verweilen einlädt. Mit der Verlegung einer Straße entsteht ein autofreies Quartier. Die Forschungsgebäude betten sich harmonisch in den landschaftlichen Kontext ein. Bestehende Biotope und Grünräume werden zu einem durchgehenden, biodiversen Freiraumnetz verbunden, das den gesamten Campus durchzieht. Die versetzte Anordnung der Baukörper schafft eine dynamische Verzahnung von Architektur und Landschaft.

Forschungsexzellenz braucht mehr als moderne Labore und erstklassige Arbeitsplätze. Sie braucht Orte, die Begegnung ermöglichen und Dialog fördern. Unser Entwurf schafft solche Räume für formelle und informelle Treffen.

Patrick Lüth

Snøhetta Partner und Managing Director Snøhetta Studio Innsbruck

Nachhaltigkeit
Unser Konzept verbindet ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Ziel ist es, eine klimaresiliente, wirtschaftlich tragfähige und sozial inklusive Forschungsumgebung zu schaffen, die über den gesamten Lebenszyklus hinweg deutliche Beiträge zum Klimaschutz leistet und zugleich eine hohe Aufenthaltsqualität für Nutzer:innen gewährleistet. Die Planung berücksichtigt die Kriterien des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB), mit dem Zertifizierungsziel „Silber“.

Ressourcenschonende Materialien, die Verwendung von Holz-Beton-Hybriden mit hohem Vorfertigungsgrad und von Recyclingbeton, ein detailliertes Rückbau- und Recyclingkonzept im Sinne der Kreislaufwirtschaft, Regenwassermanagement, Schwammstadtprinzip und Dachbegrünungen positionieren den Campus als zukunftsweisendes Modellprojekt nachhaltigen Bauens.

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