
Raum für Heilung
Einweihung des „Flügel 4“ am Evangelischen Diakoniekrankenhaus Freiburg
Nahe am Menschen: Mit dem Erweiterungsbau erhält das Evangelische Diakoniekrankenhaus Freiburg ein modernes Gesundheitszentrum, das die Versorgungsqualität weiter verbessert, Abläufe optimiert und die für den gestiegenen Bedarf erforderlichen räumlichen Kapazitäten zur Verfügung stellt.
Nach rund drei Jahren Bauzeit öffnete der von ATP geplante Erweiterungsbau „Flügel 4“ erstmals seine Türen für die Öffentlichkeit. Es ist das größte Bauprojekt in der 125-jährigen Geschichte des Evangelischen Diakoniekrankenhauses Freiburg. Der Neubau war aufgrund von Engpässen und Kapazitätsgrenzen notwendig geworden, hinzu kam erheblicher Sanierungsbedarf im Bestand.
Der Erweiterungsbau des Evangelischen Diakoniekrankenhauses Freiburg zeigt, wie anspruchsvoller Gesundheitsbau heute gedacht werden muss: funktional, wirtschaftlich, nutzerorientiert und zugleich mit hoher Aufenthaltsqualität. Unser Team hat die Aufgabe übernommen, die planerischen Anforderungen in eine umsetzbare, koordinierte und qualitätsgesicherte Realisierung zu überführen. Entscheidend war dabei die enge Zusammenarbeit mit dem Bauherrn, den Fachplanenden und allen Projektbeteiligten.
Nicole Oberberger
Geschäftsführerin ATP architekten ingenieure, Karlsruhe
Healing Environment
Die architektonische Leitidee folgt dem Ansatz des Healing Environment: eine Umgebung zu schaffen, die aktiv den Genesungsprozess unterstützt und das körperliche sowie seelische Wohlbefinden der Patient:innen stärkt. Der Neubau bündelt zentrale Versorgungsbereiche unter einem Dach: Die neue Zentrale Notaufnahme reagiert auf die zuletzt stark gestiegenen Patient:innenzahlen; die Geburtshilfe wurde von drei auf fünf Kreißsäle erweitert. Die beiden neuen Komfort-Bettenstationen bieten moderne Ein- und Zweibettzimmer anstelle der bisherigen Vierbettzimmer. Hinzu kommen die neue Cafeteria „carpe diak“, ein Veranstaltungsbereich mit Dachterrasse sowie neue Räumlichkeiten für die Elternschule.
Gut strukturierte und flexible Grundrisse mit kurzen Wegen zwischen Notaufnahme, Diagnostik und Behandlungsbereichen sorgen für effiziente Abläufe im Klinikalltag; ein durchdachtes Licht- und Farbkonzept sowie hochwertige Materialien schaffen zugleich eine heilungsfördernde Atmosphäre. Das Gebäude ist außerdem durchgehend barrierefrei erschlossen – ein Grundprinzip, das Aufenthaltsqualität für alle Nutzer:innengruppen sicherstellt.
Bauen im laufenden Betrieb
Der Erweiterungsbau entstand im laufenden Krankenhausbetrieb, eine der zentralen planerischen Herausforderungen des Projekts, die über die gesamte Bauzeit eine enge Abstimmung aller Beteiligten erforderte. Im Anschluss soll auch der Bestand umfangreich saniert und aufgewertet werden. Das flexible Achsraster des Skelettbaus schafft zudem die bauliche Grundlage dafür, dass das Gebäude langfristig auf veränderte medizinische Anforderungen angepasst werden kann.